HCS Human Capital System
Übersicht über persönliche und betriebliche Systemkomponenten

 

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Das Human Capital System der Unternehmensseite

Das System der

  • Menschen in Organisationen und der
  • Organisation von Menschen


wird in der (Organisationsentwicklungs-)Literatur üblicherweise als das „soziale System“ bezeichnet. Gemeint sind dabei überwiegend die formale und informale Organisation, die Hierarchien, die Beziehungen und deren Prozesse und Dynamiken.

Betriebswirtschaftlich relevant sind nur die Kosten des sozialen Systems, die in der Gewinn- und Verlustrechnung als „Personalaufwendungen“ dargestellt werden. Das Kapital, welches die „Menschen an Bord“ verkörpern, wird nicht erwähnt. Würde mit dem Sachkapital ähnlich verfahren, würden z.B. die Grundstücke, Gebäude, Maschinen und Einrichtungen ebenfalls nicht in der Bilanz erwähnt, sondern nur die Kosten für die laufenden Aufwendungen für die Erhaltung, Erneuerung sowie für Zinsen und Tilgungen der Kredite.

Das HCS Human Capital System hat zum Ziel, das (auch weiterhin nicht bilanzierbare) Kapital der Menschen in Organisationen einer angemesseneren Betrachtung zuzuführen. Kein Unternehmer käme z.B. auf die Idee, ein Gebäude nur deshalb abzureißen, weil es 55 Jahre als ist, um es anschließend durch ein neues zu ersetzen, das letztendlich die gleiche Funktion erfüllen soll. Wenn man bedenkt, dass eine Person in 20 Berufsjahren etwa 1-10 Mio. € oder mehr an Kosten/Investitionen verursacht, hinkt der Vergleich nur teilweise.

Die Systemelemente des HCS Human Capital Systems bestehen wie bei anderen Systemen auch z.B. aus der formalen und informalen Organisation, der Hierarchie, den Werten und Leitbildern, den Einrichtungen, Verfahren, Methoden, Prozesse, Beziehungen, sowie aus Ressourcen, Leistungen, Produkten, Austauschbeziehungen usw. Nachfolgend soll nur der Begriff Capital insoweit beleuchtet werden, wie dies notwendig erscheint, um die Folgen für die Veränderungen der Arbeitswelt zu verdeutlichen.

Für die Frage, wie Sie als Unternehmer oder Leitende Führungskraft das betriebliche Humankapital (besser) erkennen, erschließen, erhalten und entwickeln können, stehen erfahrende Berater zur Verfügung.

 

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Das HCS Human Capital System umfasst (auszugsweise):


a) das Humankapital der einzelnen Personen,
b) die Kernkompetenzen und das Potenzial des Unternehmens,

c) dem Humankapital der Professionen,

d) das Management des Humankapitals,

e) das Humankapital der Organisation.

 

Zu a) Humankapital der einzelnen Personen, soweit es für Unternehmen relevant ist:

Das Humankapital besteht am Anfang des Berufslebens eines Menschen meist im wesentlichen aus seinen Talenten, Qualifikationen, den Potenzialen für die weitere Entwicklung, der Ungebundenheit, Modellierbarkeit, Lernbereitschaft und körperlichen und geistigen Fitness. Im Verlaufe des Berufslebens kommen Erfahrungen, Gewohnheiten, Routinen, Beziehungen, Einfluss, Macht, Rollen, Funktionen, Ansehen, Kompetenzen, Netzwerke und anderes hinzu. Lokale, persönliche, private oder interessensbedingte Ver- und Gebundenheiten können das Humankapital des einzelnen Menschen sowohl erhöhen wie relativieren. In den letzten Jahren des Berufslebens sind die Organisationskenntnisse, der Überblick, die Routinen und Gewohnheiten sowie Bewährungen und Fähigkeiten zum Erhalten und Bewahren die wesentlichen Kapitalien.

Nicht nur die Inhalte des persönlichen Humankapitals verändern sich im Verlaufe des Berufslebens, sondern auch die Bereitschaft und Fähigkeit, es für das Unternehmen einzusetzen: Der Berufeinsteiger bewegt sich zwischen hoch motiviert und einsatzbereit (oft selbstausbeutebereit) und wenig motiviert und anpassungsbereit, wodurch er signalisiert, dass er sein Humankapital nur unter sehr spezifischen Bedingungen für das Unternehmen einzusetzen bereit ist. Der Letztere hat weniger Probleme, sein privates Leben und seine privaten Beziehungen zu leben, wenn auch mitunter nur mit bescheidenen Mitteln. Der Hochmotivierte wird vom Unternehmen oft mit begeisternden Aufgaben betraut, die seiner Neigung, sich für ein Unternehmen einzusetzen, viele Nahrung bietet. Will dieser Mensch irgendwann Familie gründen oder sesshaft werden, steht er vor einem Dilemma: Das Unternehmen verspricht heute oft nur dann weitere Karriere, wenn die hohe Einsatzbereitschaft beibehalten oder gar noch gesteigert wird, die persönlichen und privaten Bedürfnisse verlangen jedoch gerade in der Phase der Hochleistungsfähigkeit andere Prioritäten.

 

Zur Zeit scheinen sich viele, allzu viele Hochleistungsmenschen gegen ein Privatleben zu entscheiden, welches nicht vom Unternehmen dominiert ist. Es ist deshalb gerade dieser Personenkreis, der für die nächste Generation viel zu wenig Kinder zeugt und erzieht und gleichzeitig ein Modell für eine gesunde Mischung zwischen Berufs- und Privatleben vermittelt. Zu Wenige scheinen akzeptable persönliche Lösungen für die Gleichzeitigkeit der Erfüllung der Anforderungen aus Beruf und Karriere sowie Privatleben und Freunde zu finden.

 

Spätestens ab einem Alter von ca. 40-45 Jahren wird der Mensch seine Bereitschaft, sein Humankapital aufzubauen verändern und insbesondere nach längerfristigen Möglichkeiten suchen, wo und wie er für sein Humankapital den höchstmöglichen Nutzen erzielt. Werte wie Arbeitsplatzsicherheit, Kontinuität und Möglichkeiten, die eigene Kompetenz zu spüren werden über die Bereitschaft entscheiden, sein Humankapital für das Unternehmen einzusetzen. Ist ein Alter von 50-55 Jahren erreicht, haben sich die persönlichen und privaten Verhältnisse meist wieder grundlegend gewandelt. Hochmotivierte werden bis zur Erreichung ihres Rentenalters versuchen, sich noch ein Denkmal zu setzen, das sie im Unternehmen überlebt, die nicht oder nicht mehr Motivierten werden auf einen niedrigen und möglichst abgesicherten Niveau die Arbeitsbeziehungen aufrecht zu erhalten versuchen. Die Verhaltensmuster gleichen sich in allen Hierarchien. Die überwiegende Mehrheit dürfte es jedoch als Pflicht verstehen, das vorhandene persönliche  Humankapital bestmöglich weiterhin in bewährter und gewohnter Weise zur Verfügung zu stellen.

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zu b) Kernkompetenzen und Potenziale des Unternehmens

Ein Unternehmen durchlebt von der Gründungsphase bis zum Ausscheiden aus dem Wirtschaftleben verschiedene Phasen. In jeder Phase benötigt das Unternehmen eine typische Mischung von Humankapital (Kompetenzen, Eignungen und Motivationen) der Unternehmensangehörigen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Phasen sind erheblich. In der Gründungsphase sind Pioniere und Unternehmer sehr nützlich und willkommen. In einer Stabilisierungsphase werden dagegen eher Menschen mit administrativen, konservativen und controllenden Kompetenzen ihre höchste Bedeutung im Unternehmen erhalten. Gelingt dem Unternehmen eine Innovationsphase (Phase der Erneuerung aus sich selbst), bietet es in dieser Phase die besten Bedingungen für Organisationsentwickler, während es in der Endphase eher Vermögensverwalter und Verwerter benötigt. Jedes Unternehmen hat seine eigene Zeit, ein eigenes Tempo und eine eigenes Muster der Rhythmik und Dynamik.

Größere Unternehmen bestehen aus mehr oder weniger vielen Suborganisationen, die für sich betrachtet, ihr „eigenes Leben“ innerhalb eines Unternehmens leben: Die Bedeutungen der einzelnen Bereiche und Funktionen wechseln von Phase zu Phase des Unternehmens ebenfalls.

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zu c) Humankapital der Professionen

Professionen (Berufe) unterliegen ebenfalls einem eigenen Lebenszyklus. Während sich z.B. das Handwerk des Metzgers in vielen Jahrhunderten kaum geändert hat, sondern nur technisiert wurde, hatte der Beruf des Kondukteurs (Fahrkartenkontrolleurs in Straßenbahnen) nur eine kurze Lebensdauer. Der Bedarf an den einzelnen Professionen ist manchmal lokal gebunden (wie z.B. Bergmann). Ändern sich die lokalen Rahmenbedingungen, können die Voraussetzungen für Professionen völlig entfallen oder aber erst geschaffen werden, wie es z.B. derzeit für Genforscher und Gentechniker geschieht.

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zu d) Management des Humankapitals

Die Aufgaben des Managements des Humankapitals bestehen darin sicherzustellen, dass das Unternehmen aktuell und künftig über jene Kompetenzen der Unternehmensangehörigen verfügt, welche einerseits den aktuellen bestehenden Leistungsprozess ermöglichen und andererseits das weitere Leben und Überleben des Unternehmens wahrscheinlich machen. Das Management ermittelt dazu den Bedarf an Kompetenzen zur Aufrechterhaltung und Weiterführung des Leistungsprozesses, die qualitativen und quantitativen, künftigen Bedarfe, sowie den aktuellen und künftigen Mangel und Überschuss an Kompetenzen. Die Analysen, Diagnosen, Entscheidungen, Planungen und Maßnahmen sollten dann den jeweiligen Erkenntnissen entsprechen. Insbesondere sollte das Management sehr frühzeitig die entsprechenden Erkenntnisse, Einschätzungen und Prognosen seinen Mitarbeitern und Führungskräften zumuten, damit diese die Gelegenheit haben, ihre Selbstorganisation auf die sich voraussichtlich ändernden Rahmenbedingungen des Unternehmens abzustimmen.

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zu e) Das Humankapital der Organisation kann qualitativ vereinfacht bewertet werden

  • mit dem Grad der Passung der Kompetenzen der Unternehmensangehörigen mit den aktuellen und künftigen Anforderungsprofilen,
  • mit der Kompetenz des Unternehmens und der Fähigkeit des Managements, die Menschen auf die künftigen Anforderungsprofile hin zu entwickeln,
  • mit der Kompetenz des Unternehmens und der Fähigkeit des Managements, die Menschen mit Kompetenzen, die künftig nicht mehr benötigt werden, anderweitig einzusetzen oder die betreffenden Unternehmensangehörigen zu bewegen, sich rechtzeitig anderweitige Gelegenheiten zum Einsatz ihrer Kompetenzen zu suchen.

Zum Management des Humankapitals werden neue Methoden und Prozesse entwickelt, die allen genannten Anforderungen gerecht werden müssen.

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